Arbeiten mit dem Triptychon 3

Meditation zur Gewinnung des Ich
Ich schaue in die Finsternis
In ihr ersteht Licht,
Lebendes Licht.
Wer ist dies Licht in der Finsternis?
Ich bin es selbst in meiner Wirklichkeit
Diese Wirklichkeit des Ich
Tritt nicht ein in mein Erdendasein.
Ich bin nur Bild davon.
Ich werde es aber wieder finden,
Wenn ich,
Guten Willens für den Geist,
durch des Todes Pforte gegangen.
Rudolf Steiner
2. September 1923, GA 286, S. 92

Im Rahmen der Biografieberatung eröffnet die Arbeit mit dem Triptychon einmalige neue Möglichkeiten. Rinke Visser hat die Arbeit mit dem Triptychon entdeckt und entwickelt. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen haben wir in den letzten fünf Jahren das Triptychon weiter erforscht und ausgestaltet. Inzwischen arbeiten Biografieberater2 in zahlreichen Ländern und Arbeitsbereichen damit, und es entwickelt sich weiter. Wir haben von unseren Erfahrungen und Erkenntnissen bereits in dieser Zeitschrift3 berichtet. Es ist uns ein Anliegen, mit diesen Berichten die Arbeit mit dem Triptychon bekannt und für jeden Biografieberater zugänglich zu machen.
In unserem ersten Artikel haben wir einen allgemeinen Überblick über die Arbeit mit dem Triptychon gegeben und unsere persönlichen Erfahrungen und Bezüge zu dieser Arbeit dargestellt. Dabei haben wir festgestellt, dass es ein unmögliches Unterfangen ist, das „Wesen“ des Triptychons erschöpfend darzustellen. Es ist aber möglich, die Frage, was das Triptychon ist, aus immer neuen Perspektiven zu beantworten und sich so mit jeder Antwort dem „Wesen“ des Triptychons ein Stück weiter anzunähern.
Eine Antwort lautet: In einem Triptychon werden drei Lebensereignisse skizzenhaft gezeichnet und dann auf mehreren Ebenen betrachtet. Diese künstlerische Betrachtungsweise führt zu einem Blick „hinter die Kulissen“, zu den Kräften hinter den Ereignissen. «Und nur dadurch, dass man sich allmählich gewöhnt, nicht in Worten zu denken, sondern in Bildern, kommt man der geistigen Welt nahe.»

Eine weitere Antwort: Das Triptychon ist ein Weg durch drei „Räume ohne Raum“.

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